Stress & Burnout:
Wenn der Kopf platzt

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der es als Zeichen von Erfolg gilt, gestresst zu sein.

Typische Stressoren sind:

  • Überforderung am Arbeitsplatz 
  • Sorgen um soziale Bindungen
  • Finanzielle Probleme

Oft verbinden sich diese Auslöser und geben den Betroffenen das Gefühl, in allen Lebensbereichen von Stressfaktoren eingekreist zu sein.


Burnout ist, wenn der Rennfahrer sagt: „Ich hab´ keine Zeit zum Tanken!“

Meist versucht man erst mal alleine, die Situation in den Griff zu bekommen. Dabei gibt es viele Strategien zur Stressbewältigung, die NICHT funktionieren, z.B.

Aggressive Bewältigungsstrategie:

  •  Medikamente zum Stressabbau/ zum Erhalt der Leistungsfähigkeit
  •  Mehrarbeit
  •  Perfektionsstreben
  •  Mobbing gegenüber Dritten
  • Ablehnung von Aufgaben
  • Weiterbildung

Ausweichende Bewältigungsstrategie:

  • Häufige Pausen
  • Suchtverhalten, z.B. Nikotin, Beruhigungstabletten, Alkohol
  • Blaumachen
  • Tagträumen
  • Stellenwechsel
  • Gespräche mit Gleichgesinnten

Resignative Bewältigungsstrategie:

  •     Eigene Hilflosigkeit vorschützen (Opferrolle)
  •     Verdrängen des Problems
  •     Dienst nach Vorschrift
  •     Zynismus
  •     Grübeln
  •     Probleme ignorieren
  •     Tatenlosigkeit

Wenn Sie zur Stressbewältigung in meine Praxis kommen, kümmern wir uns um folgende Maßnahmen:

  • Änderung der äußeren Umstände: möglich und sinnvoll?
  • Bewertungen erkennen und ggf. anpassen
  • Entspannungstechniken
  • Ursprünge der Stressgefühle erkennen und ggf. auflösen
  • Eigene Muster erkennen unf ggf. verändern
  • Eigene Ressourcen für Stressausgleich nutzen
  • Work-Life-Balance
  • Besseres Zeitmanagement


Manchmal kann es richtig sein, die äußeren Umstände zu verändern. Manchmal liegt die Lösung in der Veränderung der eigenen Bewertungen.

Stress hängt nicht nur von den äußeren Umständen ab, sondern auch davon, wie wir damit umgehen. An den Umständen können wir bisweilen wenig ändern. Wohl aber an unserer Reaktion.

Ein Beispiel:

Zu Beginn der Industrialisierung waren die Menschen oft froh, in der Nähe einer Fabrik zu wohnen. Ihre Bewertung der Fabrik in der Nachbarschaft war:

  • Arbeit, also Geld, um die Rechnungen zu bezahlen und keinen Hunger zu leiden
  • Fortschritt, auf den man stolz ist
  • Sicherheit, der Lebensunterhalt und die Zukunft sind gesichert, steigender Sozialstatus

Heute ist es eher nicht optimal, in der Nähe einer Fabrik zu leben:

  • Lärm von Maschinen und LKWs, auf den man keinen Einfluss hat
  • Gefahr von gesundheitsschädlichen Emissionen im Falle eines Unfalls
  • Schlechte Wohngegend, niedriger Sozialstatus

Das gleiche Ding wird also vollständig verschieden bewertet, weil die Einstellungen dazu sich verändert haben.

Wenn Stress nicht aufgelöst wird und lange Zeit andauert, kann es zum Burnout kommen.

Das Wort „Burnout“ (ausgebrannt) beschreibt einen Zustand tiefer emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung. Die Betroffenen können sich nur noch schlecht konzentrieren, sie machen viele Fehler. Manche verlieren auch sämtliche Energie für ihr Privatleben. Burnout wird meistens auf Überforderung und Stress im Beruf zurückgeführt. Die Ursachen sind aber vielfältig.

Ein Burnout trifft meist diejenigen mit der größten Einsatzbereitschaft.

Symptome:

  • tiefe Erschöpfung
  • keine Möglichkeit „abzuschalten“
  • psychosomatische Beschwerden
  • Gefühl mangelnder Anerkennung
  • „Dienst nach Vorschrift“
  • Distanziertheit
  • Zynismus
  • Leistungseinbußen
  • schließlich Depression


Ursachen:

  • Selbstüberforderung oder Stress durch äußere oder persönliche Umstände
  • Perfektionismus
  • Selbstbewusstsein, das sich aus Leistung speist
  • Probleme „Nein“ zu sagen
  • starker Wunsch nach Anerkennung


Wenn Ihr Wunsch nach Anerkennung sehr groß ist, sollten Sie unbedingt versuchen, die Anerkennung folgender Personen zu erlangen:

  • Ihr 5-jähriges Selbst

  • Ihr 85-jähriges Selbst

Vorbeugen:

  • eigene Bedürfnisse wahrnehmen, aussprechen und durchsetzen
  • Stressmanagement verbessern
  • Perfektionismus abbauen
  • klare persönliche Ziele definieren und verfolgen
  • gute Selbstakzeptanz aufbauen
  • soziale Kontakte wieder aufnehmen
  • gesunder Lebensstil (Sport, gesunde Ernährung)


Prognose:

Gute Heilungschancen bei frühzeitiger Behandlung, unbehandelt droht dauerhafte Arbeitsunfähigkeit 

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